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der reigen der künste

Symposium
programm

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Muda Mathis & Sus Zwick
Intermediäres Verfahren oder
Wie man schlaue Kunst macht


Mathis: (Zum Transmedialen Prinzip) „Wir haben mit der Zeit herausgefunden, dass es ganz produktiv ist, wenn man diese Sparten sagt. Das ist natürlich eine dicke, dicke Lüge oder ein Kompromiss. Man merkt, so was funktioniert gut, weil man so fassbar wird. In Wirklichkeit sind wir einfach Künstlerinnen, die all diese Sachen benutzen und noch vieles mehr. Also Video z.B.: Da interessieren wir uns für die Installationen im Raum. Da geht es plötzlich um Raum [...] Video interessiert uns aber auch als [Single Channel]. Da geht es dann wieder mehr um Musikalität, Schnitt, Rhythmus.“

Zwick: „Um dokumentieren, weil Dokumentation kann es auch sein bei der [Single Channel]-Arbeit.

M.: „Genau. Video interessiert uns, was da drin vorkommt. Da findet natürlich Performance drin statt. Da findet Sprache drin statt, Text.“

Z.: „Video beinhaltet ja schon zwei Sachen: Das Bild und der Ton. Ein Video ohne Ton ist ja schon was Eigenartiges. Es sind ja schon zwei Sachen inbegriffen.“

M.: „Dann: Ich habe eigentlich über das Videobild das Bild verstanden, nämlich das malerische Bild, eine Farbigkeit, eine Tiefe, die Lichtstimmung. All das habe ich eigentlich über Video erfahren. Dann geht’s weiter: Sagen wir Musik. Wir machen Musik am Computer, oft für Videos. Wir machen Musik um live zu spielen, wirklich mit Instrumenten. Da üben wir wirklich an unseren Instrumenten. Wir singen. Dann sind wir plötzlich im Popbereich. Da machen wir Konzerte mit Les Reines Prochaines und sind dann bei der Unterhaltung angelangt.“

Z.: „Da verlassen wir eigentlich den Kunstraum oder wo die Kunst sonst stattfindet.“

M.: „Und dann machen wir auch Vertonungen, wo das Bild zuerst da ist und plötzlich wird die Musik ganz funktional. Dann gibt es eben die Performance. Und die Performance ist eigentlich finde ich das Zentrale und der Beginn von allem in meiner Arbeit und auch vielleicht in unserer Arbeit. Bei der Performance setze ich an bei Individuum, bei mir, bei einer Person, die sich artikuliert, die sich bewegt, die was vollführt. Und ob das jetzt auf der Bühne stattfindet, im öffentlichen Raum stattfindet oder für ein Video, ich find das ein bisschen alles sehr ähnlich. Der Ansatz ist immer der Gleiche. Die Fränzi Madörin. Ein nächstes Kapitel, das wichtig ist in unserer Arbeit: Wir arbeiten immer wieder mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zusammen. Und mit manchen auch immer wieder und oft [mit den] gleichen. Also wir sind nicht nur multimedial, sondern auch noch kollektiv, was besonders schwierig ist den Menschen klar zu machen oder dem Feuilleton oder den Kuratorinnen klar zu machen, dass das wichtig ist. Dass gerade aus diesem Miteinandersein die Dinge entstehen. Das sind jetzt einfach ein paar Video-Stills aus Arbeiten. Das ist jetzt noch eine Installation, die heisst Babette und wir haben es auch noch kombiniert mit Videos und Fotos. Nur etwas zu tun, nur sich fürs Bild zu interessieren oder sich nur für Bewegung zu interessieren oder nur für Klänge, das kommt mir ganz unnatürlich vor. Ich sehe mich in einer Welt wieder, die separiert und mir selber kommt’s komisch vor.“






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Eine Veranstaltung des ICS, in Zusammenarbeit mit
der Hochschule für Musik und Theater Zürich.

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