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der reigen der künste

Symposium
programm

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Muda Mathis & Sus Zwick
Kleine Einheiten in grossen Gefässen

„Kleine Einheiten in grossen Gefässen“ ist eine Performance, die über das Disziplinäre und das Mediale nachdenkt. Wobei wir das Disziplinäre als das Vormodell des Medialen betrachten. Das Disziplinäre ist eine tolle Sinnmaschine, eine Art Erzählung mit vielen Auslassungen, das Mediale hingegen ist nahe dem Vielen und Gleichzeitigen der Welt.

Auf der Bühne ist ein Vorhang, ein Paravant aufgebaut. Er soll etwas Anachronistisches, Nostalgisches haben, er soll an eine Wanderbühne Erinnern. Hier findet ein Theater statt. Der Paravant steht für Theater im Theater. Durch den Vorhang entsteht ein Raum der Präsentation und ein verborgener Raum. Die Performerinnen treten auf und ab, das wird noch verstärkt durch das Licht, das dauernd aus- und angeht. So wird im Dunkeln und im Hellen erzählt und belehrt -und das sind zwei paar Schuhe.“

Ablauf Performance:

Hell: Song Mein Herz (MD 1) Sus und Muda treten auf und singen im Duett.

Dein Herz das hängt hoch. Mein Herz das hängt so tief.

Es hängt wie öde Hoden

Zwischen meinen Beinen

Es kitzelt meine Knie

Erheitert meine Waden

So weit so gut

Es könnte schlimmer sein

Ein Fuss allein

Ganz ohne seinen Zwilling

Der Kopf weit weg im Eimer

Der Geist wie O Saft ausgepresst

Dein Herz das hängt hoch Mein Herz das hängt so tief

Es bambeln leicht die Arme

Die Hüfte kommt in Schwung

Die Milch, die wird zur Sahne

Den Kosmos wirbelt’s rum

Die Schubladen klappern tüchtig

Die Mauern stürzen ein

Ich wünsch mir einen Trichter

Da kommt das alles rein

Es träufelt in mein Mündchen

In einem dicken Strahl

Ich verdau’s mit meinem Magen

Der Rest kommt ins Regal

Dein Herz das hängt hoch. Mein Herz das hängt so tief

Das ist kein Trost

Das ist kein Trost

Das ist halt so

Meine Wade lacht und

Meine Seele ist nicht froh

Dein Herz das hängt hoch. Mein Herz das hängt so tief

Black: Geist Muda Tuch klopfen, Sus hinter Vorhang: Feuerzeug Kerzen an Sus läuft als Geist durch „Ich bin der Geist ich bin das Denken ich bin das Mediale, das Medium der Stoff in dem physikalische Vorgänge ablaufen ich bin das Konkrete“

Muda Geist: „Ich bin die Wolke, die Fülle.“

Hell: Muda tritt auf mit einem Stapel Tücher

„Disziplin ist der Versuch die Fülle der Welt in überschaubare Felder einzuteilen. Durch die Fokussierung und Fragmentierung ist es möglich, Schritt für Schritt, das ist der Plan, die ganze Welt verstehen zu lernen“

Tücher fallenlassen. „Die Welt ist bereits komplett“

Black: (MD 2) Muda sagt „Hiddentrack one“, Tisch bringen zum Sound Muda liegt drauf

Hell: Sus spielt auf der in der horizontale liegenden Muda
Klavier (MD 3)

Black: Sus „Hiddentrack two“ Wind , (MD 4) und Becken, Muda bringt Stuhl mit Kerze auf dem Bein. Sus steht beim Stuhl.

Hell: Sus bewegt sich zwischen Stuhl und kommentiert „die Wärme, Erleuchtung Durchleuchtung, der Röntgenapparat“ Umbau (MD 5) Stuhl auf Tisch, Kerze darunter.

Sus steigt auf den Tisch. Muda fängt an auf den Bass zu schlagen, Sus:„Frauen transzendieren einfach anders“

Sus geigt unter dem Arm. Muda zitiert Lückentext: Vages erzeugt Verwirrung, Wirrheit erzeugt Lücken, Lücken füllen sich gerne selbstreibend, entzünden an den Rändern und füllen sich auf. Nun die Frage an uns Mediale: wie gross darf die Lücke sein dass ein Inbetween ein produktives Inbetween wird.

Aufräumen zu Musik (MD 6,7) absteigen, aufräumen, Sus nimmt Hocker mit Tuch raus, bei Ende Musik das Tuch fallenlassen „Die Welt ist bereits komplett“ Musik weiter laufen lassen , Muda Kunststücke mit dem Tisch, Musik stopp Sus unter dem Tuch.

Sus macht Skulpturen mit dem Tuch: Zuschreibungen:

„Das zehnstöckige Eigenheim die lieb gewonnene Turnhalle  das katastrophale Hausboot, die Liebesgardine, toter Hund, das verschlungene Kornfeld

Black: Hiddentrack 3 aufräumen zu Musik für Diatanz, dann Diatanz (MD 8,9)

Am umgekippten Tisch das Lied im Duett: „Hier ist das ist das Tief von Genua, es ist ein Tier.  Es ist ein Tier,  da hat sich eine Störung eingemischt ist dazwischen getreten, zwischen das Tief von Genua und das Hoch der Azoren, da hat’s was gegeben eine grosse Disturbation, eine riesen Windhose, eine grosse Windhose, eine Feuerrose, eine Jacke von Hagel,  eine angeregte Fluktuation das alles hat sich geballt zu einem dicken Brei und ist durch die Luft gesaust,  fällt in die Ordnung und die Ordnung ist nun entzwei.“






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Eine Veranstaltung des ICS, in Zusammenarbeit mit
der Hochschule für Musik und Theater Zürich.

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